Nur Trennschärfe führt zu klaren Lösungen

Auch in der akademischen Debatte gibt es Ursachen für das bisher ausbleibende Ende der geplanten Obsoleszenz. Wenn Wissenschaftler sorgfältige Analyse unterlassen, erkennen diese die Ursachen nicht, an denen Handlungsoptionen ansetzen sollten. Mehr Trennschärfe und klare Zuordnungen helfen bei der Suche nach wirksamen Lösungen für Haltbarkeit und Kreislaufführung. Missachtet man hier die gebotene Sorgfalt, führt die Suche in die Irre.

Sozialwissenschaftler mit gesellschaftlichen Fokus neigen dazu, in der Debatte um den Handlungsbedarf zur Behebung der Schadfolgen von geplanter Obsoleszenz einerseits diese in ihrer Evidenz zu bezweifeln oder andererseits, den Handlungsbedarf vorrangig bei der kaufenden Gesellschaft zu verorten. Zum aktuellen Beitrag von Harlad Wieser „Die „Theorie“ geplanter Obsoleszenz als Sackgasse?“ wurde dazu heute meine Replik „Geplante Obsoleszenz hat Tradition“ veröffentlicht.

In meiner Replik auf den Beitrag von Harald Wieser hebe ich die Bedeutung von mehr Trennschärfe in der Thematisierung der anthropogenen Obsoleszenzausprägungen durch Wissenschaft und Politik hervor. Um die Schadfolgen der geplanten Obsoleszenz zu überwinden, ist eine Erforschung und Adressierung der betrieblichen Verantwortungsebene unumgänglich.

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